Ev.-luth. St.Lambertus-Kirchengemeinde Kirchtimke

275-jähriges Kirchjubiläum

Fotos vom Kirchjubiläum zu Pfingsten mit Kindergottesdienst und Kirchcafé

Grüße aus der Partnergemeinde

275 Jahre „Neue Kirche Kirchtimke"

Liebe Gemeinde!

„Wenn der Herr nicht das Haus baut ..." Er hat es offenbar gebaut in Kirchtimke. Er hat es gebaut in die Herzen der Menschen, denen „sein Haus" über die Generationen hinweg ein Ort für die wesentlichen Dinge des Lebens war und ist. Für Freude und Leid, für Trauer und Glück, für Klage und Lob. Wenn Altar und Mauern erzählen könnten von den vielen lauten und leisen Gebeten, was käme da nicht alles zusammen? Nun feiert die Gemeinde 275. Jubiläum. Dazu wollen wir aus Böhlitz-Ehrenberg sehr herzlich gratulieren ! Wir wünschen, dass die Kirche in Kirchtimke auch für die Generationen die kommen werden, ein Ort der Anbetung und der Feier unseres Gottes sein wird.
Wir freuen uns mit Ihnen und wünschen ein gelingendes Fest. Gott gebe dafür seinen Segen. Weil es zeitlich so schön passt, wünschen wir dazu den Geist der Pfingsten. Möge dieser Geist die Kirche in Kirchtimke auch weiterhin durchwehen. In herzlicher Verbundenheit denken wir an Kirchtimke, seine Kirche und alle, die Gottes Geist in ihr wirken und leben lässt. Mit lieben Grüßen und allen guten Wünschen,

für den Kirchenvorstand und die Gemeinde

R.Enders, Pfr.

 
     

275j. Kirchjubiläum zu Pfingsten

Kirchturmbesteigung, Chöre und Ausstellung zum Kirchjubiläum
"Wir freuen uns, dass unsere Kirche an beiden Tagen mit Leben gefüllt war", sagt Pastor Wolfgang Preibusch. Die Lambertus-Kirche in Kirchtimke hat zu Pfingsten 275. Geburtstag gefeiert.
Nach den Festgottesdiensten ging es jeweils mit Kirchcafé auf dem Kirchplatz weiter und einer kleinen Ausstellung in der Kirche. Dabei gab es einige Schätze zu sehen, dazu gehört die Altarbibel von 1650, eine Taufschale und ein alter Opferstock aus derselben Zeit, die historischen Klingelbeutel und anderes mehr. Fotos zeigen die Kirche vor der Renovierung 1962 von innen und außen und alte Konfirmationsscheine, Postkarten und Familienbibeln erinnern an das kirchliche Leben.
Aus der früheren Kirche stammt der romanische Taufstein (um 1200) und das frühgotische Kruzifix, das aus Eichenholz geschnitzt ist (1280). Beides hat seinen festen Platz in der heutigen Kirche. Bei der Renovierung fand man 1962 im inneren des Christusbildnisses Reliquien, darunter ein des Märtyrers Lambert aus Lüttich. Dieser Fund führte zum Beinamen "St. Lambertus" der Kirchtimker Kirche.
Zum Jubiläum konnte der Kirchturm bis zu den beiden Glocken bestiegen werden. Auch ein Blick in das Gebälk des Kirchendaches war möglich.

Fotos hier oder unter 275-jähriges Kirchjubiläum

 

Beide Festtage starteten mit einem musikalisch ausgestaltetem Gottesdienst. Am Pfingstsonntag war der Kirchenchor unter der Leitung von Uwe Bettels dabei. Zu Beginn des Gottesdienstes sangen die Kinder vom Kindergottesdienst mit der Gemeinde. Sie gestalteten die Geschichte vom Pfingstwunder und der Sendung des Heiligen Geistes aus, bevor sie dann singend in das Gemeindehaus zogen.
Am Pfingstmontag war der Posaunenchor unter der Leitung von Ingo Müller im Gottesdienst dabei. Passend zu Pfingsten fanden Taufen im Gottesdienst statt, die mit der alten Taufschale von 1685 durchgeführt wurden. Auch die alten Klingelbeutel von 1739 mit ihren langen Stielen und ihrem Glöckchen kamen an beiden Tagen zum Einsatz.

 

275j. Kirchjubiläum zu Pfingsten

Heeg Ausstellung in der Kirche: Pastor Wolfgang Preibusch blättert in der Bibel von 1650. Sie gehört zu den Schätzen der Kirchengemeinde Kirchtimke, die in einer Woche das 275-jährige Bestehen ihres Gotteshauses feiert. Das Gemälde zeigt das Kircheninnere vor dem Umbau 1962.

Ausstellung in der Kirchtimker Lambertuskirche zum 275-jährigen Bestehen des Gotteshauses
Quelle: Weser-Kurier 31.05.2014 © Heeg

Bibel von 1650 und andere Schätze
Von Johannes Heeg
Kirchtimke. Warum heißt der Klingelbeutel so? Weil er früher tatsächlich eine Klingel hatte. Zu sehen sind solche und andere Altertümer derzeit in einer Ausstellung in der Kirchtimker Kirche, die vor 275 Jahren gebaut wurde.

Die Kirchtimker Kirchengemeinde will feiern. Ihr Gotteshaus existiert in seiner jetzigen Form seit 275 Jahren, was an Pfingsten mit zwei Festgottesdiensten gewürdigt wird. Zudem hat Pastor Wolfgang Preibusch mit Hilfe zahlreicher Gemeindeglieder eine kleine, aber feine Ausstellung in der Lambertuskirche zusammengetragen.

In diesen Tagen zugänglich ist beispielsweise die Bibel von 1650. Ein wahrlich kostbarer Schatz, der sonst ein streng behütetes Dasein im Archiv der Kirchengemeinde fristet. „Die bewahren wir sicher und trocken auf“, versichert Preibusch. Ebenfalls nicht alle Tage zu sehen ist der alte Opferstock, der, wie die Bibel, deutliche Gebrauchsspuren aufweist. Über die Jahrhunderte gelitten haben nicht nur das Holz, sondern auch die eisernen Beschläge, mit denen das Fach für die Münzen einst gesichert wurde.

Sieht man nicht alle Tage: das Uhrwerk im Glockenturm der Kirchtimker Kirche.
Vier alte Klingelbeutel gehören ebenfalls zur Ausstellung. Die heißen so, weil an dem langen Stab, an dem vorne ein Beutel für die Kollekte befestigt ist, tatsächlich eine Klingel montiert ist. Zu sehen ist auch ein Stück einer alten Kirchenbank, an der Namensschildchen befestigt sind. „Bis 1962 gab es in dieser Kirche feste Plätze“, erläutert Preibusch. Das Recht auf diese Plätze erkauften sich die Gemeindeglieder durch einen jährlichen Beitrag, der Kirchstuhlhebung hieß und über den akribisch Buch geführt wurde. „Darüber wurde die Kirche finanziert und instand gehalten“, sagt Preibusch. Bis 1968 saßen übrigens die Männer bei den Gottesdiensten links und die Frauen rechts.

Männer und Frauen getrennt

1962 wurden die festen Plätze abgeschafft. Erstens war die Kirchengemeinde durch Zuzüge von Flüchtlingen von 1700 auf 4000 Köpfe angewachsen, und zweitens wurde die Kirche in dem Jahr grundlegend umgestaltet. „Sie sollte heller werden“, erklärt Preibusch. Die direkt vor den Fenstern verlaufenden Emporen an den Seiten und über dem Altar verschwanden. Der Kanzelaltar wurde abgebaut, „denn der Pastor sollte nicht mehr über der Gemeinde thronen“, berichtet Preibusch.

Ein zur Ausstellung gehörendes Gemälde von 1960 zeigt noch den alten Zustand. Damals war die Kanzel weiß. Heute ist sie mit Bildern von Jesus und den vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lucas und Johannes verziert. „Die sind in früheren Zeiten wohl übermalt worden“, sagt der Pastor. Nach der Renovierung der Kirche seien die Gemälde freigelegt und restauriert worden.

Bis 1962 stand der romanische Taufstein in der Mitte des Altarraums. Das Becken stammt aus der Zeit um 1200 und hat große Ähnlichkeit mit dem Taufstein des Verdener Doms. 1280 entstand das hinter dem Altar angebrachte Christuskreuz. Im Rücken der Jesusfigur befindet sich ein Reliquienfach, in dem Knochensplitter verwahrt sind. Diese stammen angeblich von Lambertus und Pankratius, Heiligen aus dem ersten Jahrtausend.

Die 1739 errichtete Kirche hatte einen Vorgängerbau, dessen Errichtung nicht mehr zu datieren ist. Die erste bekannte urkundliche Erwähnung Kirchtimkes stammt aus dem Jahr 1148. Die Kirche selbst wurde 1397 zum ersten Mal erwähnt. Ihr runder Turm aus Feldsteinen existiert längst nicht mehr, ziert aber immer noch das Wappen der Gemeinde.

Zur Feier des Kirchenjubiläums sind Festgottesdienste am Pfingstsonntag (mit Kirchenchor) und Pfingstmontag (mit Posaunenchor) geplant. Für Montag stehen fünf Taufen an, für die der Pastor die Taufschale von 1685 einsetzen wird. Nach den jeweils um 10 Uhr beginnenden Gottesdiensten sind die Gläubigen zum gemütlichen Beisammensein im Kirchcafé eingeladen. Wer mag, kann auch den Kirchturm besteigen und sich das Uhrwerk und die beiden Glocken aus der Nähe anschauen.