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Ev.-luth. St.Lambertus-Kirchengemeinde Kirchtimke

Mitarbeit / Ehrenamtliche

Mitarbeit in der Gemeinde ist uns wichtig

Warum wollen wir in der Kirche verstärkt eine Mitarbeit von Ehrenamtlichen?

Unsere Kirchengemeinden leben nicht nur aus der gottesdienstlichen Feier und Gemeinschaft oder dem gemeinsamen Glauben heraus, sondern ebenso von der regen Beteiligung möglichst vieler.
Schon seit langer Zeit sind wir auf dem Weg zu einer Beteiligungskirche. Das ist in allen Bereichen zu spüren, wo früher in der Regel Hauptamtliche die Leitung hatten. Ob es Musikgruppen, Kindergottesdienst, Eltern-Kind-Gruppen, Jugendgruppen, Konfirmandenarbeit, Gesprächskreise, Besuchsdienst, Lektorengottesdienste oder auch Leitungs- und Verwaltungsaufaben geht, auf unterschedlichen Ebenen arbeiten bei uns viele Gemeindeglieder ehrenamtlich mit großer Verantwortung.

Aus der Sicht der Ehrenamtlichen gehört dazu eine Beteiligung an Planungs- und Entscheidungsprozessen, Mitsprache bei den Zielen und Projekten, eine Wertschätzung der geleisteten Arbeit, Begleitung, Förderung bei Fortbildung und auch Erstattung von Auslagen für den kirchlichen Dienst. Dazu sind wir als Kirchengemeinden in der Region gerne bereit.

Aus Sicht der Hauptamtlichen machen unsere ehrenamtlichen Mitarbeitrinnen und Mitarbeiter den Reichtum unserer Gemeindearbeit aus. Die Möglichkeit Besuche zu machen ist z.B. für Pastoren und weitere Hauptamtliche bei der Fülle ihrer Aufgaben beschränkt. Die Mitarbeiter/innen im Besuchsdienst ermöglichen dagegen einen viel breiter gefächerten Dienst. Präsenz und Nähe in der Gemeinde und im Dienst füreinander werden so gestärkt. Deshalb sind wir in den ganz unteschiedlichen Arbeitsfeldern dankbar für jede Mitarbeit; eine vielfältige Arbeit ist da möglich, wo sich unterschiedliche Menschen mit ihren ganz besonderen Begabungen oder Interessen einbringen - aus Spaß an der Sache und zur Freude für andere und zum Wohl des Ganzen und auch zum Lobe unseres Gottes, nicht nur in den Chören! Hauptamtliche sehen ihre Aufgabe darum auch in der Förderung und Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeit.

Aus theologischer Sicht gehört ehrenamtliche Mitarbeit zum christlichen Gemeindebild selbstverständlich dazu. Denken wir nur daran, dass die Jünger Jesu sozusagen die ersten Mitarbeiter gewesen sind, die von Jesus abseits der gewohnten priesterlichen Aufgaben am Tempel zum Dienst in der Welt beauftragt wurden. Der Apostel Paulus spricht später davon, dass es einen verbindenden Geist Gottes gibt, aber viele Begabungen, die im Sinne Jesu wirken. Die Gemeinde ist für ihn so etwas wie der eine "Leib Christi", mit vielen Gliedern, die ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen - und alle sind wichtig. In der Reformationszeit ist es Martin Luther gewesen, der vom "Priestertum aler Gläubigen" sprach und der sich dafür einsetzte, dass viele beteilig werden am Dienst der Kirche inder Welt - auch über die Kenntnis der Bibel, einen gemeinsm gelebten Glauben und im helfenden diakonischen Dienst für andere.

Aus diakonischer Sicht ist eine vielfältige Mitarbeit zum Wohle der Menschen in einem gemeinsmen Lebensbereich grundsätzlich geboten. Wir glauben, dass es Gottes Wille ist, dass allen Menschen zu einem gelingenden Leben geholfen werde. Denken wir z.B. auch an das Doppelgebot der Liebe: Gott zu lieben und unsren Mitmenschen wie uns selbst. Das ist keine Aufgabe, die wir an einige Profis delegieren können: helfende Begleitung will an allen Orten des Lebens erfahren werden. Ob im Krankenhaus, im Hospizdienst, bei Besuchen in der Gemeinde, der Hausaufgabenbetreuung bei Schülern oder auch bei familienorientierten Angeboten in der Eltern-Kind-Arbeit, der Kinder- und Jugendarbeit oder in gezielter Einzelfallhilfe.

siehe auch "Kirchenvorstand/Gemeindeleitung"

 

In welchen Bereichen suchen wir Mitarbeitende?

Kirchkaffee beim Regionalgottesdienst zur Sommerkirche in Kirchtimke

Es gibt kaum einen Bereich, der sich der ehrenamtlichen Mitarbeit verschliesst.
Bisher arbeiten bei uns Ehrenamtliche in den folgenden Bereichen mit.

- Gottesdienst
- Gruppenarbeit
- Konfirmandenarbeit
- Projektarbeit
- Leitung und Verwaltung
- Gebäude- und Baubereich
- technische Dienste
- weitere besondere Aufgaben

Das kann konkret die Mitarbeit bei der Gestaltung von Gottesdiensten sein, die Leitung einer Frauen-, Männner- oder Jugendgruppe, die Begleitung der Konfirmanden als Elternteil oder Teamer, die Vorbereitung und Durchführung eines Projektes (z.B. Basar oder Gemeindefest), die Leitung im Kirchenvorstand oder einem wichtigen Ausschuss, die Verantwortung für die Gebäude und den Baubereich, ehrenamtliche Küsterdienste beim Gemeindehaus mit Rasenmähen oder das Fahren des Busses für die Jungschararbeit usw. So vielfältig wie die ehrenamtliche Mitarbeit ist, so vielfältig kann sich Kirche dann auch vor Ort in ihrer Arbeit zeigen.

Schulungen und Forbildungen sind zum Teil Voraussetzung für eine qualifizierte Mitarbeit.

Haben Sie Fragen oder könnten Sie sich sogar eine Mitarbeit vorstellen?
Wir laden herzlich dazu ein: Machen Sie mit!
Ansprechpartner in der Region sind zur Zeit die Vorsitzenden der Kirchenvorstände und natürlich die Pfarrämter.

Herzlichst,

Ihr Wolfgang Preibusch, Pastor
Tel. 04289-254
info@kirchengemeinde-kirchtimke.de

 

"Mitarbeitende Gemeinde"

Karl Manzke, li

Wenn im Wandel der Zeiten und auch bei sinkenden Finanzmitteln kirchliche Arbeit stabil bleiben kann, dann liegt viel an einer mitarbeitenden Gemeinde. Das Selbstverständnis hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt: Statt "Pastorenkirche" oder "Versorgungskirche" sprechen wir von einer "mitarbeitenden Gemeinde". Wir sind in unserer Region da auf einem guten Weg.

Bereits 1992 schrieb der Landessuperintendent Karl Manzke aus Stade anlässlich der Visitation:
„Die Kirchengemeinde weist diese Stabilität auf, weil sie den richtigen Weg geht, auf dem Volkskirche erhalten werden kann, daß die Gemeinde zur Mitarbeit und Mitverantwortung motiviert und in ihnen gestärkt werden.

Nur so wird heute Volkskirche erhalten bleiben, daß viele sich für die Gemeinde einsetzen und ihre Gaben in Anspruch nehmen lassen. Die Gemeinde muß dieses fördern und dafür offen sein.

Kirchtimke zeigt auch, daß der Weg zu einer mitarbeitenden Gemeinde, den Dienst des Pastors und das Gegenüber von Pastor und Gemeinde nicht überflüssig macht, sondern voraussetzt. Dies muß bejaht werden und wird von Pastor P. bejaht. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um
den rechten Weg zu finden zwischen Führen und Wachsenlassen, Einsatz und Zurücknahme des eigenen Tuns.“

Unser Konzept in Kirchtimke:

- Wir beraten in den Leitungsgremien unter Einbeziehung unserer Mitarbeitenden Inhalte und Angebote unserer Gemeindearbeit und stellen das Profil und die Ziele unserer Gemeindearbeit und den Bedarf an Mitarbeitenden fest.

- Wir fördern Mitarbeit und suchen aktiv für einzelne Bereiche Ehrenamtliche. Mitunter kann der Weg auch anders herum gehen, dass ein besonderes Angebot an Mitarbeit einen neuen Arbeitsbereich möglich macht.

- Wir informieren in unseren Gruppen und Kreisen, über den Gemeindebrief und die Presse über unsere Vorhaben und Mitarbeitersuche und machen eine „Ausschreibung“. Zuletzt ist das für den Bereich des Kindergottesdienstes, der Lektornarbeit, der Besuchsdienstarbeit und der Hilfe bei technischen Diensten erfolgt.

- Wir bieten Informationsveranstaltungen, Einführungskurse, Begleitung und Fortbildung an und tragen die Kosten.

- Wir treffen klare Absprachen zu Dauer und Umfang der Tätigkeit. Für einige Tätigkeiten ist eine besondere Eignung und Qualifikation nötig, auch darüber wird miteinander gesprochen.

- Punktuelle Mitarbeit bei Projekten ist ebenfalls sehr willkommen, ebenso sagen wir gerne nach langjähriger Mitarbeit "DANKE" und schlagen Ehrenamtliche auch zur Ehrung durch den Landkreis oder das Land Niedersachsen vor, was auch schon erfolgt ist.

- Jederzeit ist es möglich, eine Mitarbeit wieder zu beenden. Sicher ist es gut, wenn für die Gewinnung neuer Mitarbeiter/innen langfristig geplant werden kann.

- Leitende Mitarbeiter/innen sind die ersten Ansprechpartner für die Mitarbeitenden in ihrem Arbeitsbereich (Mini-Club, Kindergottesdienst, Kinder- und Jugendarbeit, Besuchsdienst, Gruppenarbeit mit Erwachsenen, Gottesdienst, usw.), das Pfarramt ist darüber hinaus immer ansprechbar.

- Ehrenamtliche werden namentlich erfasst und jährlich mit einem kleinen "Dankeschön" bedacht. Leitende Mitarbeitende kommen jährlich zu einem Mitarbeitertag zusammen.

- Ehrenamtliche mit über 5-Wochenstunden unentgeltlicher Tätigkeit erhalten über den Landkreis Rotenburg nach Antrag die Ehrenamtskarte als sichtbare Anerkennung; damit sind einige Vergünstigungen verbunden (z.B. freier Eintritt, Rabatte usw.).

- Wir arbeiten mit Kooperationspartnern zusammen, wie Kommunen, Schulen, Kindergärten, Vereinen und Verbänden u.a.

- Die Koordination der Mitarbeit erfolgt zur Zeit durch das Pfarramt Kirchtimke. Wir suchen weiterhin noch eine/n Ehrenamtskoordinator/in.

- Wir teilen miteinander das Gemeindeleitbild einer Beteiligungskirche (ein Leib, viele Glieder / ein Geist, viele Gaben).

Stand 2011 KV/Pfarramt

 

Standards Ehrenamt

PDF-Broschüre Standards Ehrenamt

Synode der Landeskirche wünscht Mitarbeit

Aktenstück 98, S. 3:

Der Ort der Gemeinschaft der Glaubenden ist die Gemeinde in ihren verschiedenen Formen. In ihr sammeln sich Menschen, die auf Gottes Wort hören, Gottesdienst feiern und gemeinsam Verantwortung für Zeugnis und Dienst übernehmen. Durch die Gemeinde wird das Evangelium bezeugt und von ihr geht kirchliches Handeln aus. So kann Kirche den Menschen das Evangelium nahe bringen und den Glauben an Jesus Christus so vermitteln, dass Menschen von ihm unbedingt betroffen werden, seine Bedeutung für ihr Leben rkennen und zum Glauben kommen.

Der Auftrag der Kirche, das Evangelium in Wort und Tat zu verkündigen, konkretisiert sich
- in der Gemeinde als unmittelbarer Gemeinschaft der Glaubenden,

- in der Diakonie als tätige Nächstenliebe,

- in der Bildung, um im Glauben sprachfähig zu werden und zu bleiben,

- in Gestalt der Kultur, in der Ausdrucksformen des Glaubens enthalten sind

- im gesellschaftlichen Engagement, hier insbesondere im Eintreten für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.

Nach reformatorischem Verständnis haben alle Christen und Christinnen die Aufgabe, an der Verwirklichung des Auftrags der Kirche mitzuarbeiten
und über die konkrete Gestalt von Kirche mitzubestimmen. Sie sind durch ihre Taufe dazu befähigt (Priestertum aller Getauften).

Dieser Grundsatz der Beteiligung aller Getauften ist in Zukunft verstärkt zur Geltung zu bringen, indem Menschen ermutigt werden, ihre Gaben und Fähigkeiten einzubringen und Gemeinde konkret mit zu gestalten.

 

Integrale Gemeindepraxis: Beteiligung erwünscht!

Altartuch in Kirchtimke

Kirchliche integrale Gemeindepraxis zeigt sich sowohl nach außen wie nach innen in einem Interesse an Verbindung und Beteiligung und Zusammenwirken möglichst vieler Akteure, Beteiligter, Zielgruppen und Multiplikatoren zum Wohle der Menschen im Ganzen. Das Zusammenwirken mit anderen in der Welt ist Teil des Auftrages der Verkündigung des Evangeliums (Gott will, „dass allen Menschen geholfen werde“. 1. Tim 2,4) in einer integral verstandenen Gemeindearbeit.

Im Zentrum beteiligender, integraler Gemeindepraxis steht die Hinwendung zum Nächsten und die Hilfe zu einem gelingenden Leben aus dem Glauben heraus; dazu gehört die Entwicklung der sichtbaren Kirche in der Welt als konkreter Ausdruck der geglaubten Kirche Jesu Christi, an der Menschen Teil haben und Teil gewinnen. Nachgehende Taufarbeit, konfirmierendes Handeln im Lebenslauf, beteiligende Kasual- und Gemeindearbeit bestimmen die Gestaltung einer Gemeindearbeit, die das Gespräch und den Dialog sucht, Differenzen und andere Meinungen aushält und zugleich den jeweils eigenen Standpunkt nicht verleugnet und so Echtheit, Vertrauen und Glaubwürdigkeit fördert. Humor und Lebensfreude verbinden sich mit Ernsthaftigkeit und der Bereitschaft, die Lasten anderer mit zu tragen, wie der Apostel Paulus es beschreibt. Römer 12,15: „Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden.“

Integrale Gemeindepraxis sieht die Arbeit mit Einzelnen, Gruppen und einem Gemeinwesen im Zusammenhang und arbeitet ihrerseits mit weiteren Akteuren zusammen, die ebenfalls in diesen Bereichen tätig sind.

Das verbindende Interesse bei Zusammenarbeit und Kooperation ist der Einsatz für ein gelingendes Leben für den Einzelnen, eine Gruppe und ein Gemeinwesen. In der Regel handelt es sich bei Gruppen um Familien oder durch Lebensphasen und Interessen miteinander Verbundene (Kindergarten, Schule, Alters- und Pflegeheime, Landjugend, DRK, Feuerwehr, Initiativen, kommunale Einrichtungen usw.), Gemeinwesen sind im ländlichen Umfeld die Dörfer und Lebensräume. Das gemeinsame Interesse am Menschen und an der Gestaltung eines gemeinsamen Lebensraumes führt zu Kooperation und Zusammenarbeit.

Kirche bringt dabei ihr spezifisch christliches Menschenbild ein. Unterschiedliche Wege und Methoden werden in einer zielorientierten Arbeit genutzt: „Prüft aber alles und das Gute behaltet.“, 1.Thess 5,21.

Auch im Bereich der eigenen Arbeit im kirchlichen Kontext werden einzelne Arbeitsfelder in ihrem Zusammenhang „einer“ Gemeinde gesehen und es wird von einem Zusammenhang der Lebenswelten Einzelner, von Gruppen und eines oder mehrerer Gemeinwesen ausgegangen. Integrale Gemeindepraxis ist am doppelten Liebesgebot ausgerichtet, versteht sich ökumenisch, sucht die Einheit in der Vielfalt und arbeitet mit vielen zusammen.

© 2011 Wolfgang Preibusch, Kirchtimke

 

Predigt zu Lukas 17, 7-10



Pastor Wolfgang Preibusch
Septuagesimae 20.2.2011 Lukas 17,7-10

Hören wir gemeinsam auf den Text des heutigen 3. Sonntags vor der Passionszeit, was er uns an diesem Tag als Orientierung mit auf den weiteren Weg gibt.

7 Wer unter euch hat einen Knecht, der pflügt oder das Vieh weidet, und sagt ihm, wenn der vom Feld heimkommt: Komm gleich her und setz dich zu Tisch?
8 Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendessen, schürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; danach sollst du auch essen und trinken?
9 Dankt er etwa dem Knecht, dass er getan hat, was befohlen war?
10 So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; [a]wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.

Liebe Schwestern und Brüder,

heute sind viele unter uns, die an vielen Stellen in der Gemeinde mitarbeiten – und wohl jeder von uns bemüht sich, als Christ zu leben. Und da ist es für uns alle erst einmal ernüchternd: Uns, die wir uns zum Gottesdienst versammelt haben, uns, die wir Christus folgen, wird scheinbar zugemutet, dass wir uns selbst als „unnütze Knechte" sehen.

Als „unnütz“ werden sich viele empfinden, die Arbeit suchen und keine finden. Etwa 3 Millionen immer noch in unserem Land, deren Gaben und Arbeitskraft nicht gefragt ist. Wie viele von ihnen sind verzweifelt, weil sie nicht gebraucht werden. Sie kommen sich tatsächlich unnütz und armselig vor. Darum kann es hier im Gleichnis Jesu nicht gehen. Schließlich ist genug Arbeit da in unseren Gemeinden. In den letzen Jahren sogar mehr als wir bewältigen können. „Die Ernte ist groß“ sagt Jesus an anderer Stelle den Seinen, „aber der Arbeiter sind wenige.“ Als unnütz sieht er niemanden an. Und in unseren Gemeinden suchen wir weiter ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in vielen Bereichen.

Schauen wir auf den Zusammenhang der Gleichnisrede Jesu Kap 17. Unser Abschnitt wird zwei Verse zuvor eingeleitet mit einem Wunsch der Jünger: „Stärke uns den Glauben.“ (Vers 5).

Halten wir also als erstes fest: Was Jesus hier sagt, soll Glaubensstärkung sein, Mut machen, Kräfte frei setzen. Die Jünger sollen sich also im Gleichnis der Knechte gestärkt wieder finden. W i e also ist hier von Knechten die Rede?

Wenn wir in der Bibelübersetzung in gerechter Sprache nachschlagen, steht da statt Knecht die Bezeichnung ,,Sklavinnen und Sklaven“ und das beschreibt die damaligen tatsächlichen sozialen Verhältnisse. Sklavenhandel und Sklavendienste gehören Gott sei Dank heute nicht mehr in unsere Zeit. Niemand darf andere versklaven oder knechten, auch wenn das in der Entstehungszeit unserer Evangelien noch anders war. Wir erleben es ja gerade in Tunesien, Ägypten und weitern Ländern des Nahen Ostens mit, wie sich Völker von Unterdrückung befreien – und sich ihre Freiheit auf dem afrikanischen Kontinent mit dem Protest auf der Strasse erstreiken oder auch blutig erkämpfen müssen

Ich fasse das Bisherige zusammen: Das Gleichnis spricht von Sklaven. Martin Luther übersetzt ,,unnütze" Knechte. Noch genauer müssten wir übersetzen: "Wir sind nur Knechte". Das Wort ,,unnütz" hat hier nämlich keine gering schätzende oder wertende Bedeutung. Das Gleichnis richtet den Blick ganz auf das, was zu tun ist – und dass dieser Dienst selbstverständlich ist.

Von der Kirche sagt man ja oft: wenn Du dort den kleinen Finger zur Mitarbeit reichst, dann nimmt man gleich die ganze Hand. Und Dank bekommst Du auch nur selten. Um das ganz deutlich zu sagen: Das ist nicht richtig und darum geht es hier in der Aufnahme der Rede Jesu auch nicht, also keine Verherrlichung des Sklavendienstes mit einer undankbaren Haltung des Herrn.

Der springende Punkt liegt woanders: Schauen wir noch einmal auf den Dienst des Knechtes, Vers 7: Im Rahmen seiner übertragenen Aufgaben ist der Knecht selbst Herr seiner Zeit und kann sich die verschiedenen Arbeiten verantwortlich einteilen. Zunächst pflügt er das Feld. Danach steht das Weiden des Viehs auf der Tagesordnung. Nach der Heimkehr gehört der Tischdienst für seinen Herrn zu den Aufgaben. Alles geschieht zu seiner Zeit und nichts muss überstürzt werden. Der Sklave – oder in der Übersetzung Luthers, der Knecht, muss keinen Raubbau an seiner Gesundheit treiben.

Halten wir als zweites fest: Der Knecht ist hier im Gleichnis nicht der Geschundene, keiner der ausgenutzt wird, sondern der, der ganz selbstverständlich seiner übertragenen Aufgabe nachkommt. Darauf zielt die Gleichnisrede Jesu. Es geht um das Tun, um die Erfüllung der Aufgaben. Und dazu stellt der Herr auch die nötigen Dinge bereit, so dass der Knecht seiner Arbeit nachkommen kann. Und am Ende bekommt natürlich auch der Knecht Essen und Trinken – und so füge ich hinzu: auch seinen verdienten Feierabend. Auch dafür sorgt der Herr und gibt es ganz selbstverständlich.

„Stärke uns den Glauben“, bitten die Jünger ihren Herrn und dieser spricht von der Kraft, die im Glauben liegt: „Wenn ihr Glauben hättet so groß wie ein Senfkorn, dann könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiß dich aus und versetze dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen“ (Vers 6). Und nun folgt unser Gleichnis von den Knechten, die ihre Arbeit tun sollen – so füge ich hinzu: schlicht im Vertrauen auf die geschenkte Kraft. Es ist für mich faszinierend unter diesem Gesichtspunkt nun auf unsere vielen Dienste in der Gemeinde zu schauen; und auf unser Leben als Christen, wenn wir in unsren Berufen, im Alltag, in unseren Häusern und Familien das zu leben versuchen, was wir als Gottes Liebe und seine Gebote glauben.
Denn, das glauben wir ja: Gott selbst gibt den Auftrag zum Handeln in der Welt und auch die Kraft dazu. Er beruft uns zu seinem Dienst. Sei es um Besuche zu machen, oder die Gemeinde zu leiten, im Kindergottesdienst, den Chören usw. bis hin auch zu meinem Dienst als Pastor; er beruft dazu, sein gutes Wort in den verschiedenen Lebenslagen zu sagen und seine Sakramente zu spenden. Und er selbst ist mit seiner Kraft gegenwärtig in diesem Dienst.

So verstehe ich das Gleichnis: Es geht um die selbstverständliche Erfüllung der übertragenen Aufgabe – und der Herr selbst gibt auch die nötigen Mittel dazu – darauf darf vertraut werden. Geht es dann hier noch um Knechtschaft, möchte ich Fragen? Oder führt es uns nicht vielmehr zu einem Anteilgeben und Anteilgewinnen am Wirken Gottes in dieser Welt, gehalten und getragen von seiner Kraft?

Ich möchte dazu von einem Besuch bei einem Ehepaar vor fast 25 Jahren erzählen, wo der Mann nach einem Unfall schwer behindert rund um die Uhr pflegebedürftig war. Schwerstbehindert, kaum ansprechbar, mit Schäden am Gehirn, saß der Ehemann gut gepflegt in einem speziellen Sessel. Es war für mich bedrückend, diese Hilfsbedürftigkeit zu sehen. Was sollte ich da sagen? Ich fragte die Frau nach einer Weile, woher sie die Kraft dafür nähme, Tag für Tag und welche Hilfe sie habe. Etwas zögerlich sagt sie zunächst: "Es muss ja gehen". Und nach einem Augenblick fügt sie hinzu: "Gott gibt mir die Kraft dazu." Und dann war es beinahe so, als ob die Frau selbst zu predigen begann: "Wissen Sie noch, Herr Pastor, beim letzten Gemeindenachmittag? Da haben Sie die Andacht gehalten. Und dann haben Sie gesagt: Gott ist da! Und es war ganz eigenartig. Der ganze Raum war mit einem mal angefüllt mit Gott. Ich habe das richtig gespürt, welche Kraft davon ausgegangen ist. Ich war ganz erschüttert darüber, wie das möglich ist. Und jetzt bei der Pflege meines Mannes merke ich es auch. Es stimmt. Gott ist da. Er gibt mir die nötige Kraft."

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde, ich war damals nach dem Besuch bei der Frau mit ihrem pflegebedürftigen Mann recht nachdenklich, als ich im Auto zurückfuhr, denn solche glaubensstarken Erfahrungen hätte ich selbst meiner Andacht nicht zugetraut: Wer mich aus den letzten 25 Jahren kennt, weiß, ich bin eher etwas nüchtern gestrickt, liebe Zahlen und Statistiken und die Naturwissenschaften. An die Worte, die diese Frau von meiner Andacht in Erinnerung hatte, und mir nun wiederum zusagte, konnte ich mich längst nicht mehr erinnern.

Liebe Gemeinde, wenn so etwas geschieht in meinem Dienst, dass Menschen sich von Gott gestärkt erfahren, dann kann ich selbst Gott nur danken und staunen, wie er auch meinen Dienst hält und trägt und segnet. Der Knecht im Gleichnis weiß, wer sein Herr ist. Und er weiß, dass der Herr auch für ihn sorgt – über die eigenen Kräfte muss er nicht arbeiten. Das merke ich ja auch: was hier dieser Frau in der Pflege ihres Mannes zur Hilfe geworden ist, geschieht ja aus der Kraftquelle des Glaubens heraus. Um es für meinen Dienst mit dem Schluss des Gleichnisses zu sagen: Was ich tue geschieht aus dem mir übertragenen Dienst, im Auftrag des Herrn sozusagen, der auch in meinem Dienst gegenwärtig ist. Wenn es überhaupt jemandem gibt, dem zu danken ist, dann ihm. Ich war nach dem beschriebenen Besuch von Herzen dankbar, dass meine Andacht dieser Frau Kraft gegeben hat in ihrem Dienst an ihrem Mann. Das zu erfahren ist auch für mich Bestärkung und Lohn - wie auch der Knecht im Gleichnis keinen besonderen Dank zu erwarten braucht.

Und das ist das Dritte, das ich nun festhalten möchte: Als Gemeinde wissen wir, liebe Schwestern und Brüder, wer uns letztlich die Mittel und die Kraft dazu gibt, dass wir seinen Dienst in der Welt tun können. Mit jedem Gottesdienst vergewissern wir uns dessen, ob wir uns dessen nun besonders bewusst sind oder nicht, ob wir es heute besonders spüren oder eben auch nicht, ob wir uns würdig erachten oder uns gar nichts mehr zutrauen. Nach allem, was wir als Christen von unserem Herrn wissen, gibt er selbst Menschen, die scheitern, wieder einen Platz in seinem Reich; da ist keiner nutzlos oder unnütz. Ob Mann oder Frau, ob Fischer oder Zöllner, ob krank oder schuldig geworden – er nimmt sie als Jüngerinnen und Jünger in seinen Dienst. Und gibt ihnen den Weg vor, den er selbst gegangen ist: einer soll dem anderen dienen.
Und dann genügt es, wenn jeder seiner Arbeit treu und gewissenhaft nachkommt, wie der Knecht im Gleichnis -
Mit dem Vertrauen, dass der Herr auch den nötigen Glauben und die Hoffnung und die Liebe dazu schenkt.

Noch eine Sache zum Schluss:
Sicher müssen wir uns miteinander eingestehen: Natürlich tut es uns gut, wenn andere uns bestärken, dankbar sind und uns loben. Allerdings kann der Wunsch nach Lob und Anerkennung dazu führen, zu sehr auf sich selber zu schauen. Und das verbaut den Weg, in schlichtem Gottvertrauen seine Arbeit zu tun. Ich verzettele mich dann leicht in meinen Aufgaben, überfordere mich und andere, weil ich die sichtbare Anerkennung suche, dabei liegt nicht nur mit unserem Gleichnis heute der Blick ganz auf der Aufgabe selbst - und die Würdigung bereits darin, dass wir beauftragt sind.

Liebe Schwestern und Brüder,
eine Gemeinde ist lebendig, wenn viele im Vertrauen auf Gott ihre Gaben einbringen, tun was nötig ist und das an vielen Orten in dieser Welt Aufgaben für andere übernehmen. Als Pastor in Kirchtimke bin ich dankbar, dass wir hier vor Ort und darüber hinaus in unserer Kirche miteinandewr auf dem Weg sind. Unser Dienst wird gebraucht, da habe ich keinen Zweifel. Und er wird auch von vielen geschätzt – dafür bin ich dankbar. Und so will ich heute aus vollem Herzen „Danke“ sagen für alle Mitarbeit und die erfahrene Ermutigung! Ich kann nur froh und dankbar auf die Mitarbeiterschar in unserer Kirchengemeinde Kirchtimke und in unserer Region schauen - und feststellen, dass hier viele wie in diesem Gleichnis Jesu ihren Dienst verstehen und im Glauben wissen, wer ihnen die Kraft dazu gibt.

Und noch einmal: Nichts im Gleichnis weist darauf hin, dass der Knecht über Gebühr belastet wird. Achten wir also in der Gemeinde aufeinander und stehen wir einander dabei zur Seite. Und ermutigen wir auch weiter dazu, ganz nach unseren Möglichkeiten einzuwilligen in solchen Dienst. Ich werbe seit vielen Jahren freundlich und bestimmt für Mitarbeit und Beteiligung in der Gemeinde und werde es weiter tun. Ich freue mich, dass viele ihren Dienst in unserer Gemeinde tun – mehr als 100 Mütter und einige Väter haben inzwischen z. B. im Konfirmandenunterricht im 4. Schuljahr mitgearbeitet!

Und damit komme ich nun fast zum Schluss:
Als ich hier in Kirchtimke begonnen habe, stand eines Sonntags, als ich noch kaum jemanden kannte, ein älterer Mann mit seiner Frau vor der Kirche, reichte mir die Hand. – Es war mein Vor-Vorgänger – einige Ältere kennen ihn vielleicht noch und er war damals extra aus Bad Gandersheim angereist, fast 80 Jahre alt, um bei seinem jungen Nachfolger in Kirchtimke im Gottesdienst zu sein und ihm die Hand zu drücken. Er sagte damals zur Begrüßung: „Vielen Dank für Ihren Dienst in Kirchtimke. Ich bin Pastor Scheele“.
Die Wortwahl fand ich damals etwas eigentümlich. Aber inzwischen schätze ich diese Worte und solchen schlichen Dank für meinen Dienst. Es geht ja darum, das was ich tue, im richtigen Licht zu sehen, im Licht der Güte und des Beistand Gottes. Und da tut einem das Wort eines alten erfahrenen Seelsorgers gut, der weiß, was es heißt in diesem Dienst zu stehen und dass wohl die wichtigsten Dinge im Dienst eines Seelsorgers fast immer im Verschwiegenem und Verborgenem bleiben - und da auch ihren Ort haben, z.B. bei Amtshandlungen und persönlichen Gesprächen.

Stärke uns den Glauben, so bitten die Jünger ihren Herrn am Anfang unseres Kapitels. Gott sei Dank: Ohne stärkendes, ermutigendes Wort brauchen wir unseren Dienst nicht zu tun und die Gottesdienste in der Gemeinschaft mit anderen atmen ja diese Kraft, auch durch persönliche ermutigende Wort aus der Gemeinde. Wer nun aber meinerseits vergeblich auf ein freundliches Wort für seinen Dienst in unserer Kirche hat warten müssen, den bitte ich heute um Entschuldigung, so wie ich unseren Herrn um Vergebung bitte, wo ich dem Dienst in seinem Namen aus Kleinglauben oder Trägheit nicht nach meinen Begabungen gerecht geworden bin.

Gott sei Dank, wir haben einen barmherzigen Herrn, und einen, der uns auch immer wieder aufs Neue in seinen Dienst nimmt. Unsere Aufgabe ist es als Gemeinde in dieser Welt zu tun, was wir zu tun schuldig sind; und immer geht es für uns darum, aus unserem christlichen Glauben und unsrer Bindung an Christus heraus zu handeln, in allen Bezügen unseres Lebens - und uns miteinander nach solchem Glauben auszustrecken: im Dienst und in der Nachfolge Jesu. Dazu gebe Gott mir und anderen weiterhin seinen Segen und stärke uns im Glauben – hier und überall in seiner Kirche, dass wir ohne Vorbehalte in die Worte Jesu einstimmen können: Ja, wir sind deine Knechte und wir sind bereit zu tun, was wir zu tun schuldig sind. Diese Welt wartet drauf. Amen.

© 2011 Wolfgang Preibusch, Kirchtimke

 

Er will eine Kirche zum Mitmachen


Seit 25 Jahren verknüpft Pastor Wolfgang Preibusch das dörfliche und das kirchliche Leben

Er will eine Kirche zum Mitmachen
Von Sandra Binkenstein

Kirchtimke. "Mir ist es wichtig, möglichst viele Menschen zu beteiligen", sagt Pastor Wolfgang Preibusch. Seine blauen Augen strahlen, er ist sich seiner Sache sicher. Es gibt wohl kaum einen anderen Beruf, der gleichzeitig so sehr Berufung ist, wie der des Pastors. Seit einem Vierteljahrhundert ist Wolfgang Preibusch der Gemeindepastor von Kirchtimke. Nun feiert er sein Dienstjubiläum und zieht Bilanz.

Während seiner gesamten Studienzeit hatte sich Preibusch ehrenamtlich in der Kirche engagiert. Allerdings nicht in Kirchtimke. Er studierte Religion und Chemie und war gleichzeitig Kirchenvorsteher in seiner Heimatgemeinde, der Kreuzkirchengemeinde in Göttingen. Das Studium in der Studentenstadt Göttingen sollte der Beginn seiner Karriere werden: Wolfgang Preibusch wollte seit der achten Klasse Lehrer für Naturwissenschaften am Gymnasium werden. "Ich hätte mir das nicht träumen lassen, dass ich einmal auf dem Land Pastor werde", sagt er heute. Den Ausschlag für seine berufliche Laufbahn habe letztlich die ehrenamtliche Mitarbeit in der Kirche gegeben. Seine Vikariatszeit verbrachte er in Verden an der Aller.

Als Wolfgang Preibusch mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern nach Kirchtimke ins Pfarrhaus gezogen war, hatte das Ehepaar nicht vor, ein Vierteljahrhundert zu bleiben. Sieben bis zehn Jahre sollten es sein, nicht mehr. "Sieben bis zehn Jahre, das war damals eine unendliche Weite, keine Beschränkung", erinnert sich Preibusch. Er war erst 30 Jahre alt, als er im Februar 1986 Pastor der beschaulichen Gemeinde wurde. Das ist jetzt 25 Jahre her. "Wir hätten nicht gedacht, dass wir so lange hier bleiben würden." Mittlerweile hat das Ehepaar Preibusch vier Kinder, alle sind aus dem Haus, studieren an Universitäten in Hamburg, Karlsruhe und Göttingen. Seine älteste Tochter Katharina arbeitet als Wirtschaftsökonomin. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, in Kirchtimke zu bleiben, findet Preibusch. "Meine Frau und ich ziehen ein sehr positives Fazit", sagt der Pastor. "Ich schaue ganz dankbar zurück, wir haben viel Unterstützung erfahren." Mit den Nachbarn und den Gemeindemitgliedern habe sich die Familie Preibusch immer sehr gut verstanden.

"Eine so lange Zeit als Pastor - das klappt nur, wenn die Atmosphäre stimmt." Auf dem Land gebe es eine sehr intensive Verknüpfung von dörflichem und kirchlichem Leben, so Preibusch. Und genau darin besteht das Ziel des Pastors: Er will eine Volkskirche zum Anfassen und Mitmachen, er will Menschen miteinbeziehen und beteiligen. Dieses Anliegen zieht sich wie ein roter Faden durch die Dienstjahre von Pastor Preibusch.

Ein Paradebeispiel für die Beteiligung der Menschen am kirchlichen Leben ist die Lektorenarbeit. Die Kirchengemeinde hat seit drei Jahren 15 ausgebildete Lektoren. "Das ist ein großer Gewinn für die Region. Das zeigt, dass die Gemeinde lebendig ist", findet Preibusch. Die Beauftragung von Lektoren war seine Idee, er ist stolz auf die Gemeindemitglieder, die gelernt haben, im Gottesdienst zu predigen. "Ich kenne keine Region in der Landeskirche, die so viele Lektoren hat."

Preibusch hatte auch bei der Gründung des Fördervereins für Kirchenmusik seine Finger im Spiel. Mehr als 60 Mitglieder hat der Verein mittlerweile. Preibuschs Beteiligungsstrategie ist wieder einmal aufgegangen. Ebenso wie damals, als er den Besuchsdienst einführte und Zeit und Energie investiert hat, um den Kassettenservice zu etablieren.

Vieles hat sich im Laufe der bisherigen Amtszeit von Pastor Preibusch verändert. Es gibt Konfirmandenarbeit im vierten Schuljahr, bei der die Eltern beteiligt werden, es gibt den Mini-Club und Frauenkreise, es gibt die Winterkirche, bei der die Gottesdienste zu den Menschen in die Dörfer kommen und vieles mehr. "Die Aufgabe der Hauptamtlichen ist es, andere Menschen zu gewinnen."

Pastor Preibusch dankt vor diesem Hintergrund allen, die sich am lebendigen Gemeindegeschehen beteiligen. "Ich habe das Bild einer einladenden Kirche vor Augen: freundlich, verbindend, zugewandt", sagt er. Seine wasserblauen Augen strahlen wieder, sein sympathisches Lächeln kommt von Herzen.

Was die Zukunft angeht, so hat Wolfgang Preibusch noch gut zehn weitere Jahre als Pastor vor sich. Zusammen mit Pastor Stephan Kottmeier stellt er sich der Herausforderung, in Wilstedt, Tarmstedt und Kirchtimke Gottesdienste zu gewährleisten, obwohl es nur zwei Pastoren gibt. Preibusch will die Zusammenarbeit der Kirchengemeinden vorantreiben, Synergieeffekte nutzen. Sein Ziel ist eine lebendige Volkskirche über die Grenzen der Kirchengemeinden hinweg.

Und auch die typischen Aufgaben eines Pastors werden in Zukunft weiterhin eine Rolle in seinem Berufsleben spielen. Darin hat er Übung: In den vergangenen 25 Jahren hat Pastor Preibusch rund 5000 Besuche gemacht, etwa 2000 Gottesdienste abgehalten, mehr als 300 Paare getraut und fast 900 Kinder getauft.

Sein Jubiläum feiert Preibusch am Sonntag, 20. Februar, mit einem Nachmittagsgottesdienst in der St. Lambertus-Kirche. Um 14 Uhr geht es los. Von den Menschen, die ihm etwas schenken möchten, wünscht sich Preibusch ein DIN-A-5-Blatt mit einem Grußwort oder einer kleinen Anekdote. Daraus will er sich ein Buch binden lassen. Außerdem wünscht er sich viele neue Mitglieder in den Fördervereinen der Kirchengemeinde. "Andere Geschenke möchte ich auf keinen Fall", sagt der Jubilar.

Wuemme-Zeitung - 01.02.2011 -