Ev.-luth. St.Lambertus-Kirchengemeinde Kirchtimke

Unsere Konfirmandenarbeit

Kirche aus "lebendigen Steinen" - viele bauen mit

Kirche - das ist mehr als das Gebäude: Viele bauen mit an der Kirche Jesu Christi und wir laden dazu ein, sich in den Bau "einfügen" zu lassen und das vor Ort zu leben. Eph 2,19+20: "So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist."

Begrüßung der Konfirmanden und Jubiläum

Begrüßungsgottesdienst mit Gemeindefest und Jubiläum
Am zweiten Sonntag im August feierte die Kirchengemeinde Kirchtimke mit den neuen Konfirmanden im 4. Schuljahr ein Gemeindefest. Mit dabei waren in diesem Jahr Gäste aus der Partnergemeinde Böhlitz-Ehrenberg in Sachsen. Gleichzeitig gab es ein besonderes Jubiläum zu feiern. Die vorgezogene Konfirmandenarbeit ab dem 4.Schuljahr gibt es 2018 nun seit 25 Jahren. Im Jahr 1993 wurde sie auf Vorschlag des Landessuperintendenten eingeführt. Inzwischen haben so seit 1993 fast 950 Mädchen und Jungen ihre Kirchengemeinde auf diese Weise kennen gelernt und was uns im Glauben hier und weltweit miteinander verbindet.

 

Mit Kindern beginnen: "Wir werden Bibelentdecker"

Konfirmandenzeit mit Kindern beginnen!

Ein guter Zugang ist uns wichtig!

Wie in etwa 70 weiteren Gemeinden in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers beginnt bei uns die Konfirmandenzeit früher als gewohnt. Zu Beginn des 4. Schuljahres werden die Jungen und Mädchen eingeladen.
Die Erfahrungen zeigen: Mit 10 Jahren haben viele Kinder großes Interesse an religiösen Fragen und möchten mehr über die Kirche, die Bibel und den christlichen Glauben erfahren. Probleme der Pubertät und erhöhte schulische Anforderungen beeinträchtigen diese Form der Konfirmandenarbeit kaum. 1993 haben wir mit der vorgezogenen Konfirmandenarbeit mit Kindern begonnen.

 

Start in die Konfirmandenzeit

Eltern beteiligen


Ein besonderes Anliegen ist es uns, Eltern für die Konfirmandenarbeit zu interessieren und an der Durchführung der Stunden zu beteiligen.

Nach Möglichkeit werden die etwa 30 Konfirmanden unserer Gemeinde in kleinen Gruppen in den Dörfern unterrichtet - und nur ab und zu gemeinsam in Kirchtimke.
Interessierte Eltern treffen sich zur Vorbereitung der Gruppenstunden mit dem Pastor. Zur Mitarbeit sind keine weiteren Vorkenntnisse notwendig - einzig die Bereitschaft, mitzumachen und an den Vorbereitungen teilzunehmen.

„Spuren christlichen Lebens“: Die erste Gruppenstunde führt die Kinder in die Kirche — und wer Lust hat, kann auch den Kirchturm bis zu den Glocken besteigen. Alle Konfirmanden erhalten zum Begrüßungsgottesdienst eine Kinderbibel geschenkt, mit der im ersten Jahr gearbeitet wird.

Kinder, die noch nicht getauft sind, können problemlos mitmachen. Hier zeigt sich die besondere Stärke der vorgezogenen Konfirmandenarbeit. Die Mädchen und Jungen lernen in kindgerechter Form, was die Kirche ist und wofür sie steht und das erste Konfirmandenjahr ist eine gute Taufvorbereitung.

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Ihr Pfarramt

 

Konfirmanden im Kindesalter

Ein Erfolgsmodell: In Kirchtimke beginnt Unterricht schon im vierten Schuljahr


VON SABINE VON DER DECKEN - Wümme-Zeitung 19.8.2010 -
Kirchtimke. Im Kirchtimker Gemeindehaus drücken nicht nur Pia, Ramona und Nils als angehende Konfirmanden die Schulbank, sondern sie teilen sich diese mit ihren Müttern und Vätern - denn hier findet Konfirmandenarbeit mit tatkräftiger Unterstützung der Eltern statt. Wichtig für die in Kirchtimke praktizierte Konfirmandenzeit ist die Elternbeteiligung, denn nichts stabilisiert so sehr wie das Elternhaus, erläuterte Pastor Preibusch das Konzept. Aber nicht nur die Hilfe der Eltern beim Konfirmandenunterricht ist ungewöhnlich, sondern auch das Alter, in dem dieser beginnt. In den Timke-Dörfern starten die Kinder bereits im vierten Schuljahr in ihre Konfirmandenzeit.
Seit 17 Jahren schon praktiziert die Kirchengemeinde Kirchtimke dieses Konzept und gehört damit zu einer von 70 der mehr als 1500 Gemeinden der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover. 1993 hatte man sich für dieses Modell entschieden, bei dem die zehnjährigen Kinder fünf Jahre lang den Konfirmandenunterricht besuchen. Wie die Konfirmanden der anderen Gemeinden verbringen auch die Kirchtimker Kinder trotz der fünf Jahre insgesamt nur 70 Stunden beziehungsweise 90 Unterrichtstunden im Gemeindehaus. Allerdings sind diese anders aufgegliedert, erläuterte Pastor Preibusch, der die Idee des
im Kinderalter beginnenden Konfirmandenunterrichts vor 20 Jahren von einer Fortbildung aus Loccum mitbrachte. Gegliedert in Kinder- und Jugendzeit greife ein unterschiedliches pädagogisches Konzept, das auf die verschiedenen Altersstufen und Reifegrade zugeschnitten sei. Mit diesen pädagogischen Überlegungen im Gepäck erhalten die zehnjährigen Kinder einen anderen Zugang zur Religion und zur Kirche als das bei 14-Jährigen möglich ist, so Preibusch.
Solides Basiswissen
In der Anfangszeit während des vierten und fünften Schuljahres lernen die Kinder ihre Kirche und Gemeinde gut kennen und werden in dieser Zeit mit einem soliden Basiswissen ausgestattet. Im sechsten Schuljahr findet kein Konfirmandenunterricht statt, aber attraktive Angebote in den Kinder- und Jugendgruppen stabilisieren die Verbindung zur Kirchengemeinde. Wenn die Konfirmanden anderer Gemeinden dann ab dem siebten Schuljahr einmal pro Woche zum Unterricht gehen, haben die Timke-Kinder frei. Für sie steht in diesem Schuljahr die Konfirmandenfreizeit auf dem Programm, die sie ganz besonders genießen können, denn mittlerweile kennen sich die angehenden Konfirmanden schon recht lange. Im achten Schuljahr stehen vor der Konfirmation 18 zum Teil selbst gestaltete Gottesdienste auf dem Programm, die auf der Gottesdienstkarte abgehakt werden.
Eine bundesweite Befragung von Konfirmanden machte deutlich, dass die Kirchtimker Jugendlichen rundherum mit ihrer Konfirmandenzeit zufrieden waren. Gerne gingen sie zum Unterricht, verbrachten hier eine stressfreie Zeit und fühlten sich gut vorbereitet, urn über den eigenen Glauben entscheiden zu können. Auch die Geschenke zur Konfirmation nahmen nicht den Stellenwert ein. Spitzenwerte erreichten die Kirchtimker bei der Frage nach der Verbundenheit zur Gemeinde. Für Pastor Wolfgang Preibusch beweist die positive Resonanz auf dieses Konzept der Konfirmandenarbeit, dass die Kirche in Kirchtimke Zukunft hat.
Im Alter von zehn Jahren ist das Interesse an religiösen Fragen zu Kirche, Bibel und Glauben groß. Die Pubertät hat noch nicht begonnen, die schulischen Anforderungen sind überschaubar und die Kinder interessiert. Das zeigte sich auch beim ersten Treffen der Kirchtimker Konfirmanden, die wieder zu Beginn des vierten Schuljahrs in das Gemeindehaus eingeladen wurden. Mit viel Spaß und Freude hatten die Tunke-Kinder bereits am Begrüßungsgottesdienst teilgenommen, bei dem sie ihre Kinderbibel erhielten und nun nahmen sie ihren von Pastor Preibusch vorbereiteten Ordner „Meine Konfirmandenzeit" stolz in Empfang.

Konfirmation zur Herzensangelegenheit machen

Die Konfirmation zur Herzensangelegenheit machen - Viele Gemeinden suchen neue Wege im Konfirmandenunterricht

Goslar (epd). - Von Björn Schlüter. In lockeren Gruppen sitzen die Jugendlichen des "Konficlubs" vor dem Gemeindehaus der St.-Georg-Gemeinde in Goslar. Die Frühlingssonne scheint. Mittendrin schaut Pfarrer Hartwig Wrede zusammen mit dem Konfirmanden Jan über einen Text. Für das Zeitzeugen-Buch der St.-Georg-Gemeinde hat der 13-Jährige lange Gespräche mit einer älteren Frau geführt, sie zu ihrem Leben befragt. Nun will er ihre Geschichte von Krieg und Elend in die richtige Form bringen. Das ist Teil seiner Vorbereitungen auf die Konfirmation.

Die Konfirmandenarbeit in der evangelischen St.-Georg-Gemeinde hat wie in vielen Gemeinden nur noch wenig mit dem Unterricht zu tun, den die meisten Eltern heutiger Konfirmanden erlebt haben. "Die klassische Schulstunde am Nachmittag gibt es zwar noch, aber diese Art von Unterricht geht überall immer stärker zurück", sagt Axel Klein, der für Kinder- und Jugendarbeit in der braunschweigischen Landeskirche zuständig ist. "Viele Pfarrer arbeiten heute eher an einer Verknüpfung von Jugendarbeit und Konfirmandenzeit."

Für Jan ist die Konfirmandenzeit anstrengend, aber eine Herzensangelegenheit. Oft kommt er erst am späten Nachmittag von der Schule nach Hause, muss dann noch lernen und Hausaufgaben erledigen. Dennoch ist Jan wie elektrisiert von seinem Zeitzeugen-Interview. Außerdem steht ein Wochenendseminar in Wildemann im Oberharz an, auf das er sich schon lange freut. Da fährt nämlich auch die 14-jährige Kira als Teamerin mit, die im vergangenen Jahr konfirmiert wurde.

"Purer Egoismus" ist es laut Hartwig Wrede gewesen, der in der St.-Georg-Gemeinde vor 15 Jahren dazu geführt habe, den Konfirmandenunterricht radikal umzugestalten. "Die Jugendlichen waren nach der Schule platt. Einige kamen zu spät, andere mussten früher gehen. In 45 Minuten ließ sich nichts vermitteln", sagt der Pfarrer.

Goslars St.-Georg-Gemeinde hat darum komplett auf Projektarbeit umgeschwenkt. Nach einem Einführungskurs sind die Konfirmanden nahezu frei, welchen Weg sie einschlagen. Behandelt werden in Lernblöcken immer noch Taufe, Abendmahl und Vaterunser, darüber hinaus sind Projekte wie Jans Zeitzeugen-Interview, Mitmachen bei der Kinderarbeit oder Krankenhausbesuche möglich. Eine geschlossene Gruppe gibt es nicht mehr. "Wer will, kann es in einem Jahr schaffen, wir hatten aber auch schon Konfirmanden, die vier Jahre brauchten", sagt Pfarrer Wrede.

Mit ähnlichen Erfahrungen haben Gemeinden bundesweit neue Formen für den Konfirmandenunterricht gesucht. Beim "Hoyaer Modell" in Niedersachsen etwa werden die Kinder bereits im Alter von neun Jahren zu einer ersten Unterrichtsphase eingeladen. Von der fünften bis zur siebten Klasse gibt es Freizeitprojekte. Erst in der Zeit der achten Klasse folgt ein Jahr Konfirmandenunterricht - entweder wöchentlich oder in Lernblocks an Wochenenden.

In der württembergischen Landeskirche heißt das konfi3, am Konfirmandenunterricht in der 3. Klasse sind auch Eltern beteiligt, die Gruppen sind klein. "Konfi 3" wurde in einem achtjährigen Versuch bis 2007 in Württemberg erprobt. "Inzwischen ist in jeder zweiten Landeskirche die zweiphasige Konfirmandenarbeit in ähnlicher Form möglich", sagt Pfarrer Thomas Böhme-Lischewski, Bildungsreferent der westfälischen Kirche.

Ein weitere Alternative zum klassischen Unterricht ist die Fahrt in ein Feriencamp. In der braunschweigischen Landeskirche gibt es solche Konfirmanden-Ferien-Seminare (KFS) seit 1968. Bis zu 1.000 Teilnehmer fahren seitdem jedes Jahr per Sonderzug für drei Wochen in die Alpen. "Dort gibt es durch die Laborsituation, die wir schaffen, unglaublich gute Voraussetzungen für intensives Arbeiten", sagt Pfarrer Reinhard Brückner vom KFS-Arbeitskreis. Rund 500 Euro müssen Konfirmanden dafür bezahlen. Damit steht das Ferienseminar in der Kritik, ein Unterrichtsmodell nur für Reiche zu sein. "Wir würden aber niemanden aus finanziellen Gründen zu Hause lassen", sagt Brückner.

Bei allen Formen des Unterrichts gilt für Experten der gleiche Grundsatz: "Wir müssen attraktive Konfer-Arbeit machen, die nicht nur auf Spaß baut", sagt Thomas Böhme-Lischewski. Konfirmation sei immer noch eine starke Wegmarke auf der Reise ins Erwachsenenleben. Entscheidend sei für die Jugendlichen auch die ernsthafte Auseinandersetzung mit Glaubensfragen und Themen aus ihrer Erfahrungswelt. "Wenn wir da den Spagat schaffen, treten für die Konfirmanden zusätzliche Belastungen komplett in den Hintergrund und sie sind mit Freude in der Kirche aktiv."

Internet: www.kfs-online.de; www.konfi3.de

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

29.4.2011

 

Experte: Konfirmation nicht überfrachten

Hannover (epd). Der Pastoralpsychologe Stephan Lorenz hat davor gewarnt, die Konfirmation mit zu hohen und falschen Erwartungen an die jungen Menschen zu überfrachten. Zwar könne dieses Ritual den Jugendlichen beim Erwachsenwerden helfen, sagte der Theologe vom pastoralpsychologischen
Dienst der hannoverschen Landeskirche am Freitag im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Aber zuerst müssen sie sich mal von den Eltern und auch von der Mutter Kirche ablösen. Da dürfen beide nicht mit ekränkter Eitelkeit reagieren.“
Insofern markiere die Konfirmation auch den Anfangspunkt eines Prozesses. Eltern sollten das Erwachsenwerden ihrer Kinder auch danach aus der Distanz weiter begleiten, sagte Lorenz. Sie sollten sich bereithalten für die Zeiten, in denen sie gebraucht würden - nicht als vermeintlicher Freund, sondern weiterhin als Eltern. „Denn Jugendliche befinden sich in einem schwierigen seelischen Umbauprozess, in dem sie eigene ethische Überzeugungen entwickeln.“
Eltern sollten ihnen signalisieren, dass sie sich ablösen dürften und dennoch geliebt würden, unterstrich Lorenz. Auch die Kirche sollte nicht mit Vorwürfen reagieren, wenn Konfirmierte erst mal nichts mehr von ihr wissen wollten: „Sie können sich entfernen und trotzdem später wiederkommen.“
Die Konfirmation ist nach den Worten des Theologen in erster Linie ein emotionales Ritual, in dem die Kinder gesegnet werden: „Jugendliche müssen spüren, dass in der Gemeinde Menschen sind, an die sie sich wenden können, die aber auch das Fernbleiben aushalten.“ Religion werde durch Vormachen gelernt, nach dem Motto: „Rede nicht ungefragt von deinem Glauben, lebe ihn.“

epd-Gespräch: Martina Schwager // 23.4.2012