Ev.-luth. St.Lambertus-Kirchengemeinde Kirchtimke

Konfirmation

1. Wo ein Mensch Vertrauen gibt,
nicht nur an sich selber denkt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.



 

2. Wo ein Mensch den andern sieht,
nicht nur sich und seine Welt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.

 

3. Wo ein Mensch sich selbst verschenkt,
und den alten Weg verlässt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.

 

Aus der Predigt zur Konfirmation 2019

Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. Mt 18,20

Liebe Festgemeinde! Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!
Auf unserem Gottesdienstblatt ist unsere Kirche zu sehen, mit ihrem Turm, der 38m hoch in den Himmel ragt. Könnt Ihr euch noch an das 4.Schuljahr erinnern, als ihr dort oben hinauf gestiegen seid? Hoch bis zu den Glocken! Gefühlt ist das für euch sicher lange her! Liebe Eltern und Familien, wer von euch heute hier im Gottesdienst war denn schon mal da oben und ist die knarrenden Stufen, die über 130 Jahre alt sind, hochgestiegen? Wer noch keine Gelegenheit hatte, kann sich ja mal mit mir verabreden, wenn man gerade mal nicht so fein angezogen ist…

Heute haben diese Glocken euch und uns alle in diesen Gottesdienst gerufen. Unüberhörbar haben sie geläutet und wann immer die Glocken läuten erinnern sie uns an den Gott, der uns in seiner Güte zu sich ruft und dem wir mit unseren Liedern und Gebeten dankbar antworten.

Und noch immer gehört die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland einer Kirche an, rund 65% sind das bei uns in den Dörfern – und mit dem heutigen Tag seid auch ihr vollgültige Glieder unserer evangelisch-lutherischen Kirche, mit allen Rechten und Pflichten. Ihr dürft das Patenamt übernehmen, habt einen Anspruch auf kirchliche Begleitung bei den Stationen eures Lebens. Und hoffentlich habt ihr das auch schon in eurer Konfirmandenzeit erfahren: Ihr seid nicht allein, da ist eine Gemeinschaft, in der ihr zählt.
So wie ihr heute zur Einsegnung euren Glauben am Altar bekennt, so sollt ihr es auch weiterhin in eurem Leben tun, danach leben und handeln und unsere Glaubensgemeinschaft mittragen, und ich hoffe, ihr gehört gerne zu unserer Gemeinde und zu unserer Kirche! Auch in Zukunft.


 

(...) Heute, wenn ihr am Altar mit uns das Glaubensbekenntnis sprecht, geht es um Vertrauen. Vertrauen in die Zusagen Gottes. Vertrauen in seine Treue. Dass es dabei nicht nur um Worte geht, sondern auch um entsprechende Alltagserfahrungen, ist klar. Die Sache mit dem Glauben ist ja eine Kraft, die das Leben durchströmt und auch gestaltet.
Und da kommt es dann nicht unbedingt darauf an, die Meinung der Mehrheit zu teilen. Sondern auf der Seite der Liebe zu Gott und der Liebe zu den Menschen zu stehen, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung. Wenn ich heute noch mal Schüler wäre, wie ihr, würde ich mich tatsächlich auch für Fridays for Future stark machen und das nicht Schule schwänzen nennen, sondern eine Investition in das Leben. Wir Erwachsenen brauchen eine solche Initiative wie die von Greta Thunberg.

Nochmal, es kommt nicht darauf an, dass alle das gleich toll finden. Das war auch in Sachen des Glaubens wohl zu keiner Zeit so. Auch das schwingt mit in den stärkenden Worten von Jesus im Mt-Ev., wenn er sagt: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. Mt 18,20
Wo es um die richtigen und wichtigen Dinge geht, um Glaube, Hoffnung und Liebe, da ist Gott mit dabei. Da kommt es nicht auf die Zahl der Zustimmungswerte oder Likes bei Facebook oder Instagram an. Da kommt es allein auf seine Gegenwart an, egal wie allein wir uns fühlen und ob wir nur zwei oder drei sind. Gott sei Dank, heute sind wir viele und das soll uns alle kräftigen und stärken im Glauben und im Leben.

Natürlich kann man sich auch davor verschließen und zum Gottesdienst die Ohren zu halten, wenn die Kirchenglocken läuten und ich kann sagen: Ich höre nichts von Gott, ich weiß nichts von seiner Gegenwart, aber er ist da. Zuverlässig stehen wir als Kirche dafür ein in dieser Welt. Und es wäre schön, wenn die Glocken unserer Kirche noch zu vielen schönen Gottesdiensten rufen können, wo Menschen das auch für ihr Leben erfahren.

 

Liebe Konfirmandinnen, liebe Konfirmanden!
Ich glaube: Menschsein, zufriedenes, glückliches Menschsein finden wir in der Verbindung mit Gott. Selbst schwere Zeiten erscheinen dann in einem anderen Licht, wenn der Glaube in uns um Gottes Nähe weiß. Jeder Konfirmationsspruch soll euch heute und in Zukunft daran erinnern, dass sich Gott auch in eurem Leben zu Wort melden will um Spuren zu hinterlassen und dass auch wir Christen, eine solche Spur Gottes füreinander sein können.

Und selbst wenn wir nur Teil einer kleinen Gruppe sind, nur zwei oder drei, anders als heute Morgen in dieser gut gefüllten Kirche, auch dann wissen wir um die Gemeinschaft im Glauben.

Ich denke gerne an unsere Konfirmandenfreizeit, den Start mit Kirchenerkundung, die Mitarbeit der Eltern, unsere Freizeit in Oese und auch die Gespräche in der Konfirmandenzeit. Nehmt alle aus dieser Zeit die Botschaft mit: Wir haben einen Gott, der uns stärkt. Heute zur Konfirmation soll das mein Leitspruch sein, für eure Konfirmation und unsere Gemeinschaft in seinem Namen.

Christus spricht: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

Gott segne euch und alles, was ihr in diesem Vertrauen tut. Miteinander und Füreinander. Amen.

(c) 2019 Wolfgang Preibusch, Kirchtimke