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Ev.-luth. St.Lambertus-Kirchengemeinde Kirchtimke

Konfirmation

1. Wo ein Mensch Vertrauen gibt,
nicht nur an sich selber denkt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.



2. Wo ein Mensch den andern sieht,
nicht nur sich und seine Welt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.

3. Wo ein Mensch sich selbst verschenkt,
und den alten Weg verlässt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.

Predigt zur Konfirmation 2018

Gottesdienst zur Konfirmation 2018 Kirchtimke 10 Uhr
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Liebe Gemeinde, Eltern und Paten, und heute natürlich besonders:
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!

Nun ist der Tag da und ich freue mich, dass wir so festlich und fröhlich Gottesdienst feiern und so viele gekommen sind, dass der Platz kaum ausreicht. Heute, liebe Konfirmanden, hättet ihr in eure Gottesdienstkarte schreiben können: 374 Gottesdienstbesucher oder vielleicht sogar einige mehr. Aber nun braucht ihr eure Karten nicht mehr. Zum Rückblick hatte ich die Konfirmanden gefragt, welche Gottesdienste aus den letzten Jahren in besonderer Erinnerung sind. Einer hat geschrieben: Der Gottesdienst mit meinem letzten Stempel auf der Karte. Wollen wir mal sehen, ob wir das nicht heute toppen können.

Ich muss euch gestehen, als ich vor 48 Jahren konfirmiert wurde - solange ist das schon her! - da war ich auch ganz froh, die Konfirmandenzeit hinter mir zu haben. Das Lernen der Lieder und Sprüche fand ich gar nicht so anstrengend, aber es war eben ein Termin in der Woche, der belegt war. Allerdings habe ich noch Freunde aus der Konfirmandenzeit bis heute, ich hoffe, bei euch wird das ähnlich sein.

Also, wie ist es bei euch? Nehmt ihr etwas mit aus dieser Zeit, das euch begleitet und stärkt in eurem Leben, in Latein: konfirmiert? Und: Habt ihr etwas gelernt?

Mit dem Lernen und dem Gedächtnis ist das ja so eine Sache. Es gibt Dinge, die wissen wir ganz genau, aber wenn jemand uns drauf anspricht, sind sie auf einmal weg. Manche Sachen meinen wir längst vergessen zu haben und dann, Jahre später, taucht plötzlich aus der Tiefe ein Wissen oder eine Erinnerung auf, die uns ganz wichtig wird. Vielleicht geht Euch das mit dem einen oder anderen Thema, das wir im Unterricht besprochen haben später auch so. Gerne denke ich an unser Krippenspiel oder den Gottesdienst im März zum Thema Schöpfung und Brot für die Welt. Wisst ihr noch, welches Bibelwort wir da gewählt haben?

(1.Mose 1 – Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde.

O.K. Die meisten wussten es sicher noch und wenn einmal ein Bibelquiz im Fernsehen dran ist, dann könnt ihr womöglich gut mithalten – oder ihr merkt: Ich hab doch nicht so gut aufgepasst.

Aber eins sage ich euch: Falls jemand von Euch mal bei Günther Jauch sitzt – wenn es ihn als Moderator dann immer noch gibt - und die Bitten des Vaterunsers nicht in der richtigen Reihenfolge nennen kann, dann bin ich doch enttäuscht. Das war tatsächlich einmal die Frage.

Von den 10 Kandidaten und Kandidatinnen, die die Chance hatten, sich für das Millionenspiel zu qualifizieren, wusste nicht einer die richtige Reihenfolge der Bitten im Vaterunser. Was meint Ihr? Hättet Ihr es geschafft, auf den begehrten Stuhl gegenüber von Günther Jauch zu kommen?
Ich gehe mal davon aus, dass es von uns allen heute hier im Gottesdienst jeder geschafft hätte, ihr Konfirmanden erst recht.
Also nehmen wir mal für einen Moment an, Du hast es geschafft. Es geht los mit der 100 Euro-Frage: ,,Wie hieß die Frau von Adam?" War es A Maria / B Heidi / C Eva / D Helene ?

Das ist ja einfach, trotz der Aufregung fällt dir die richtige Antwort
ein: C: Eva.

Langsam arbeitest du dich weiter, schnell bist du bei der 1000,-
Euro Frage angekommen: Heißt es: Liebe deinen Nächsten
A
wie Gott dich liebt. / B wie du Gott liebst / C wie deine Familie
und Freunde / D wie dich selbst.

Auch einfach, oder? Das hat der Pastor oft genug mit Euch wiederholt. Antwort D ist richtig: Jesus hat mal gesagt: Liebe deinen nächsten wie dich selbst.

Obwohl: Irgendwie hören sich alle Antworten richtig an. Vielleicht ist ja mehr als eine Antwort richtig. Aber nein, das geht nicht. Bei „Wer wird Millionär" kann es immer nur eine richtige Antwort geben. Im richtigen Leben ist das oft anders. An unterschiedlichen Abschnitten unseres Lebens sind unterschiedliche Menschen wichtig. Für viele von Euch ist das im Moment sicher der Freundeskreis, Gleichaltrige.
In ein paar Jahren ist es vielleicht der Partner oder die Partnerin, später dann die eigene Familie. Oder andere Menschen, mit denen Ihr Euer Leben teilt, etwas aufbaut.
Wie immer Euer Lebensweg auch aussieht: wenn Ihr dabei nicht vergesst, dass jeder andere Mensch auch ein Nächster ist, Respekt und Aufmerksamkeit verdient, dann liegt ihr ziemlich richtig.

Die nächste Frage schaffst Du ohne Probleme, Du weißt den Namen des Begründers der evangelischen Kirche und sagst ihn schon, bevor die 4 Antworten erscheinen: Martin Luther. Das hatten wir gerade im letzten Jahr 2017 rauf und runter mit dem Thesenanschlag vor 500 Jahren.

Puh, langsam werden die Fragen doch schwieriger. Was bedeutet die Konfirmation in der evangelischen Kirche? Ist es A die Schwelle zum Erwachsenenalter / B Ende des Konfirmandenunterrichtes / C Recht zur freien Entscheidung über die Dauer des Discobesuches / D Bekräftigung der Taufe.

Hm. Jetzt bist du doch etwas unsicher. Du hast so eine Ahnung, aber sicher bist du dir nicht. Immerhin geht es um 32.000 Euro. Da willst du nichts riskieren und setzt lieber deinen fifty-fifty-Joker.
Was ist die Konfirmation? Es bleiben Antwort A: die Schwelle zum Erwachsenenalter und Antwort D: Bekräftigung der Taufe.
Wenn Du dich für Antwort D entscheidest, kannst du 32.000 Euro mit nach Hause nehmen.
Mit der Konfirmation bestätigt ihr, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, was die meisten von Euch bei Eurer Taufe noch nicht entscheiden konnten. Ihr sagt im Nachhinein „Ja" zu der Entscheidung, die für Euch vor Jahren eure Eltern und Paten getroffen haben.
Ihr bejaht, dass Gott Euch in der Taufe als sein Kind angenommen hat. Und Ihr sagt damit auch ganz bewusst ja dazu, dass Ihr zur Gemeinschaft der Christinnen und Christen gehört.

Natürlich hat die Konfirmation auch etwas mit Erwachsenwerden zu tun. Wir trauen Euch zum Beispiel zu, dass Ihr jetzt selbst das Patenamt übernehmen könnt, wenn ein Kind getauft wird. Oder Ihr dürft mitwählen bei der Kirchenvorstandswahl wie in diesem Jahr. Immerhin, 27 von unseren 14 und 15jährigen haben bei uns gewählt, fast das höchste Ergebnis in der Landeskirche, das war 29, allerdings bei doppelt so viel Wahlberechtigten. Prima und Danke dafür! Ein Zeichen von Eigenständigkeit und Mitmachen.

Und ich kann mir vorstellen, dass Eure Eltern jetzt, nachdem ihr konfirmiert seid, an der einen oder anderen Stelle etwas großzügiger sind, schließlich sollt Ihr ja lernen, für Euch selbst Verantwortung zu übernehmen.
Ok! Zurück zum Millionenspiel. Diese Schwelle wäre schon mal geschafft. Doch wie geht,s weiter?

Die 64.000 Euro Frage schaffst Du locker. Es wird nach der berühmtesten Rede Jesu gefragt. Ist es A die Straßenpredigt / B die Wald- und Wiesenpredigt / C die Moralpredigt / D die Bergpredigt.
D - Bergpredigt. Selig sind die Frieden stiften. So fängt sie glaube ich an.
Unter dramatischer Musik - auch noch unterbrochen von einer Werbepause -kommen wir zur 125.000 Euro - Frage: Welches Buch in der Bibel setzt sich mit der Frage auseinander, wieso Gott das Leiden in der Welt zulässt?

„Jetzt haben Sie mich!", sagst Du zu Günther Jauch. Zum Glück hast du deinen besten Freund für den Telefonjoker benannt. Er hatte damals während einer schweren Krankheit viel in der Bibel gelesen. Du hast dich hin und wieder gewundert, dass er trotz seines schweren Schicksals soviel Mut hatte und er hat dir davon erzählt, wie der Glaube ihm geholfen hat, die Krankheit zu ertragen, nicht aufzugeben, zu kämpfen. Dein Freund weiß auch sofort die richtige Antwort und sagt: Das Buch Hiob.
Auch Günther Jauch ist beeindruckt. Er will dir zwar noch den Publikumsjoker abschwatzen, aber du vertraust deinem Freund -und gewinnst.

Jetzt bloß nicht übermütig werden: Wie viele sind schon soweit gekommen und haben dann doch aus Leichtsinn wieder alles verloren. Eine halbe Million. Soweit sind bis jetzt nur die wenigsten gekommen. Solltest Du tatsächlich der Nächste sein, der die Million schafft? Die Spannung im Studio steigt, das Publikum ist gebannt, Günther Jauch spannt dich auf die Folter.
Jetzt endlich die Frage:
Oje, etwas zu den 10 Geboten. Die musstest Du ja mal auswendig lernen - aber so richtig hängengeblieben sind sie nicht. Genüsslich stellt der Quizmaster die Frage: Welches der 10 Gebote ist das erste und damit wichtigste: Ist es
A Du sollst nicht töten B Du sollst den Feiertag heiligen C Du sollst nicht stehlen D Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir?

Du tendierst zu A: Du sollst nicht töten. Und du erinnerst dich: Die meisten Mitkonfirmanden hatten das in ihrer Pyramide ganz oben angesiedelt. Aber bei dieser großen Summe willst du doch lieber nichts riskieren. Schließlich hast du ja noch deinen Publikumsjoker. Und das Publikum entscheidet sich ebenfalls mit großer Mehrheit für: Antwort A: Du sollst nicht töten.
Und du? Hörst du auf das Publikum, oder ziehst du jetzt doch lieber zurück?
Nein, du bist dir sicher, wenn das alle sagen, dann ist Antwort A richtig. Siegesgewiss antwortest du: „Antwort A!"

Günther Jauch versucht dich noch zu verunsichern, aber du gehst nicht darauf ein.

Die richtige Antwort lautet...: Oh nein, dumm gelaufen. Das Publikum hat sich geirrt! Und du auch!
Das wichtigste Gebot ist im Verständnis der Bibel das erste Gebot, verbunden mit der Zusage Gottes: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir", weil es nämlich alle anderen mit einschließt.
Wenn ich mich in meinem Leben an Gott halte, dann hilft mir das, nicht irgendeinem falschen Lebensziel nachjagen. Dann werde ich mich nicht von der Gier nach Besitz, Anerkennung, Macht verleiten lassen. Ich werde meine Nächsten respektieren, nicht bestehlen, nicht verleumden und natürlich erst recht nicht töten.

Tja, dumm gelaufen. Aus der Traum von der schnellen Million, zurückgefallen auf müde 32.000 Euro. Zum Glück hast du nicht die Risikovariante gewählt. Das war`s dann wohl - oder doch nicht?

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden. Bei Günther Jauch wäre die Chance verspielt, aber in dem Spiel, um das es heute geht, in Eurem Lebensspiel, zum Glück nicht.
Bei Gott fliegt man nämlich nicht raus, wenn man eine falsche Antwort gegeben hat. Solange du lebst, hast du immer wieder die Chance, die richtige Antwort zu finden. Und auch die falschen Antworten und Wege werden nicht vergebens sein, sondern dich klüger und reifer machen.

Bei Gott schafft jede und jeder, der das will, den Weg zur wichtigsten Frage: Wie kann mein Leben gelingen? Allein diese Frage zu stellen; heißt, sie schon ein Stück weit richtig zu beantworten.


Die Richtung ist Euch gesagt worden, auch im Konfirmandenunterricht: Gott will, dass Ihr immer versucht, Ihr selbst zu sein, ohne dabei den Nächsten oder die Welt aus dem Blick zu verlieren. Er will Euch helfen, dass euer Leben gelingt, das mehr kennt als materiellen Besitz und äußerliche Anerkennung. Er will Euch Mut machen, Leid und Scheitern nicht zu verdrängen, sondern zu bewältigen, und will Euch anspornen, Euer Glück zu teilen. Solches Leben macht Hoffnung! Und wir anderen heute als Familie und Gemeinde lassen uns mit euch darin bestärken.

Solch ein Leben gelingt mit Gottes Hilfe und unter seinem Segen. Und darum wünsche ich Euch heute, dass Ihr alle zu wirklichen Lebensmillionären werdet.
Nehmt euren Konfirmationsspruch als Hinweis dafür, dass Gott auch euer Herr im Leben ist. Übrigens, mein Konfirmationsspruch steht im Kolosserbrief und ist eine gute Zusammenfassung für meine Predigt, Kolosser 3,16: „ Alles, was ihr tut, in Worten oder in Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater durch ihn.“ Amen.

(c) 2018 Wolfgang Preibusch, Kirchtimke