Ev.-luth. St.Lambertus-Kirchengemeinde Kirchtimke

Visitation und regionales Leben

Superintendentin Jutta Rühlemann, OHZ

Dienstag, 16. Oktober 2012

Kirche als Teil des regionalen Lebens

Kirchtimke. Hin und wieder eine Stippvisite reicht nicht aus, um sich von der Arbeit einer Kirchengemeinde ein Bild zu verschaffen. Deshalb gastierte Jutta Rühlemann, Superintendentin des Kirchenkreises Osterholz-Scharmbeck, jetzt eine Woche zur Visitation in der Kirchengemeinde Kirchtimke. „Hier fällt auf, dass sehr vertrauensvoll zusammen gearbeitet wird. Das bietet große Chancen“, so ihr Eindruck.

Die Gemeinde hat sich in vielerlei Hinsicht positiv entwickelt. Zu diesem Schluss kam Superintendentin Jutta Rühlemann aus Osterholz-Scharmbeck nach einer Woche voll intensiver Gespräche und Begegnungen mit verschiedenen Gremien der Kirche und den Kooperationspartnern. Beschlossen wurde die Visitation mit einem festlichen Gottesdienst. Das anschließende Kirchcafé bot noch einmal Gelegenheit zum Gedankenaustausch.

Pastor Wolfgang Preibusch freute sich, dass neben Jutta Rühlemann auch viele Vertreter der Kooperationspartner – also der Kommunen, Vereine, Schulen und Kindergärten – der Einladung zum Gottesdienst gefolgt waren. Diese waren nicht nur als Gast erschienen, sondern hatten sich mit der Teilnahme am Fürbitten-Gebet in den Gottesdienst eingebracht. Im Anschluss an den Gottesdienst verweilten noch einige Besucher in der Kirche, um bei einer Tasse Kaffee gemütlich zu plaudern.

Anpackende Gemeinde
Auch Jutta Rühlemann hatte sich unter die Gäste gemischt und machte einen zufriedenen Eindruck. „Ich finde es toll und wichtig, mal mit den Menschen der Gemeinde, mit den Menschen, die in Verantwortung stehen, so intensiv ins Gespräch zu kommen“, sagte sie. Besonders sei ihr im Laufe der vergangenen Woche aufgefallen, dass die Gemeinde die Aufgaben anpacke und sehr kreativ sei.

Außerdem lobte sie die gute Zusammenarbeit der Kirche mit den Kommunen, Kindergärten, Vereinen und Schulen. „Die Kirche ist hier ein wichtiger Bestandteil des regionalen Lebens. Das finde ich toll“, erklärte sie. In dieser Woche werde die Visitation in Tarmstedt und Wilstedt fortgesetzt. (maw)
Artikel vom 16.10.12 - Zevener Zeitung

 

Annegret Lünzmann (stellv. Vorsitzende des Kirchenvorstandes), Superintendentin Jutta Rühlemann, Ortspastor Wolfgang Preibusch am Visitationssonntag 14.Oktober 2012 in Kirchtimke

Festlicher Gottesdienst zur Visitation

Festlicher Gottesdienst zur Visitation mit den Chören am Sonntag 14.Oktober 2012

Superintendentin Jutta Rühlemann besuchte Kirchtimker Kirchengemeinde

Diese Woche stand die Arbeit der Kirchengemeinde Kirchtimke ganz im Zeichen der Kirchenvisitation. Superintendentin Jutta Rühlemann kam zu Besuch, um Gruppen, Kreise und Gremien der Kirchengemeinde zu sehen, mit den Mitarbeitern zu sprechen und sich so ein Bild zu machen, wie sich die Kirchengemeinde entwickelt. Gespräche mit den Bürgermeistern, der Schule und Kooperationspartnern gehörten ebenso dazu wie die Erhebung der statischen Daten zu den Einwohnern und zum kirchlichen Leben. Am Ende der Woche schloß sich dann am Sonntag, 14.Oktober 2012, der festliche Visitationsgottesdienst an, in dem Superintendentin Rühlemann zur Gemeinde sprach. Viele Kooperationspartner, Vereine, Verbände, Schulen und kommunale Einrichtungen waren zum Gottesdienst eingeladen und einige beteiligten sich beim Fürbittengebet. Pastor Wolfgang Preibusch hielt als Ortspastor die Predigt. „Ich habe mich auf die Begegnungen und Gespräche gefreut“, sagt der Seelsorger der Gemeinde. „Denn es geht ja in unserer Region um die gemeinsame Verantwortung für die Menschen, die hier leben.“

Annegret Lünzmann aus Ostertimke, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, leitete den Gottesdienst mit einer kurzen Ansprache und Begrüßung ein. Der Gottesdienst war schliesslich mit einem Kirchcafé und Gedankenaustausch verbunden. Posaunenchor und Kirchenchor hatten den Gottesdienst musikalisch begleiten. Passend zum Visitationsbesuch war das Thema des Sonntags, wie wir einander beistehen und helfen können, insbesondere im Gebet., das auf die Kraft Gottes vertraut (Jakobus 5).


 

Superintendentin Rühlemann in Kirchtimke

Mitarbeiter/innen und Gemeindeabend

Interessante Information zur Arbeit in der Kirchengemeinde leitete den MitarbeiterInnen- und Gemeindeabend am 11. Oktober 2012 ein. Aufmerksame Zuhörerin war inmitten der Mitarbeierinnen und Mitarbeiter Superintendentin Jutta Rühlemann, bevor sie selbst ihre Eindrücke aus der Arbeit schilderte. Pastor Wolfgang Preibusch berichtete zunächst von den Schwerpunkten in der Gemeinde und den Veränderungen seit der letzten Visitation.
Ein gemeinsam vorbereitetes Buffet diente zur Stärkung, wie ja die gesamte Visitation der Stärkung der Gemeinde dient.
Bei der Aktion "Wofür schlägt mein Herz in unserer Gemeinde" gab es eine bunte Vielfalt, die sich auch in der facettenreichen Arbeit der Kirchengemeinde widerspiegelt. So manchen lustigen Beitrag war auch mit dabei.
Musikalisch wurde der Abend von Mitgliedern des Denkste-Talks gestaltet. Mit Gebet und Segen und einem guten Gefühl über den Reichtum in der Gemeindearbeit schloß der Abend.

 
     

Visitation 2012 in der Region

Im Oktober 2012 stand in unseren beiden Kirchengemeinden Wilstedt/Tarmstedt und Kirchtimke die Visitation an. In regelmäßigem Abstand kommt die Superintendentin in ihrer Leitungsaufgabe zu Besuch. Das hat eine lange Tradition. Martin Luther schreibt bereits vor fast 500 Jahren: "Wie ein göttlich, heilsam Werk es sei, die Pfarren und christlichen Gemeinen durch verständige, geschickte Leute zu besuchen, zeigen uns genugsam an beide, Neues und Altes Testament." In einer Studie der Vereinigten Evangelisch Lutherischen Kirche Deutschlands (1) von 2009 heißt es dazu: "Pfarrer und Gemeinden sollen besucht werden, und zwar durch "verständige, geschickte Leute". Jedenfalls sollen sie nicht allein gelassen werden in ihrem Bemühen, zu ihrer Zeit und an ihrem Ort den christlichen Glauben zu leben und zu bezeugen. Die Kirche soll sie nicht im Stich lassen, sondern besuchen und danach sehen, wie es um sie steht (Apg 15,36). Auch in unserer evangelischen Kirche nennen wir das seit den Tagen Martin Luthers Visitation."

Es gilt, Schätze zu heben!
Durch den Besuch der Superintendentin werden wir in der Region Wilstedt/Tarmstedt-Kirchtimke als Gemeinden ermutigt, auf den Reichtum und die vorhandenen Schätze in unseren Gemeinden zu schauen. Der Blick der Superintendentin kann uns helfen, neue und noch verborgene Schätze zu heben und ihre Stärken aufzubauen. Dazu gehört es, „das Gute zu erkunden, das Beste zu erträumen, die Zukunft zu entwickeln und die nächsten Schritte zu erarbeiten“, wie es ein Kollege (2) formuliert. Dabei ist es wichtig, Prioritäten zu setzen und sich gegebenenfalls auch als Nachbargemeinden zu ergänzen. Aus diesem Grund werden alle Gemeinden im Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck ab jetzt nur noch miteinander „als Region visitiert“.

Wesen der Kirche wird in Erinnerung gerufen
Die Visitation ist nach evangelischem Verständnis „Herzstück“ der Aufgabe der "episkope" (griechisch für "Aufsicht"), bei uns sind das die Superintendenten, Landessuperintendenten und der Bischof. In der Visitation zeigt sich der Glaube an die eine, heilige, christliche Kirche und die geglaubte und gelebte "Gemeinschaft der Heiligen". Denn Kirche als örtliche Gemeinde ist verbunden mit der Gesamtheit der geglaubten Kirche weltweit. Und da lassen wir uns in jeder Visitation befragen, ob wir auch in diesem Sinne lehren und leben, Gottesdienst feiern und unsere Gemeindearbeit gestalten.

 

"...das rechte bischöfliche und Besucheamt“
Martin Luther spricht in höchsten Tönen von diesem bischöflichen oder „Besucheamt“. Im Kleinen gehört es zur Kernaufgabe des Pfarramts, Besuche zu machen und die Menschen in ihrer Lebenssituation aufzusuchen. Dabei gilt es zu hören und mit Wort und Gebet in die ganz unterschiedlichen Lebenssituationen zu sprechen. Das ist das ursprüngliche Bischofsamt, wie es die Reformatoren betont haben. An dieser Aufgabe kann das Pfarramt andere beteiligen. So gibt es in unseren Gemeinden schon längere Zeit Mitarbeitende im Besuchsdienst. Auch die Superintendentin kann bei dem Besuch (lateinisch „Visitation“) der Gemeinden im Großen weitere sachverständige Personen beteiligen, wie z.B. einen Kirchenmusikdirektor, Orgelrevisor und andere mehr.

"Stärkung der Gemeinden"
Die Praxis der Besuche geht (wie Luther schon sagt) bereits auf die Anfänge der christlichen Gemeinden zurück. So lesen wir im Neuen Testament: "Nach einigen Tagen sprach Paulus zu Barnabas: Lass uns wieder aufbrechen und nach unsern Brüdern sehen in allen Städten, in denen wir das Wort des Herrn verkündigt haben, wie es um sie steht" (Apg 15,36). Und am Ende dieses Abschnitts heißt es dann: "Er zog aber durch Syrien und Zilizien und stärkte die Gemeinden"(15,41).
Es geht also um Stärkung und die Gemeinden werden besucht, weil sie nicht allein in der Welt sind, sondern eingebunden in ein größeres kirchliches Ganzes, das sie mitträgt und dem gegenüber sie zu Zusammenarbeit und Rechenschaft verpflichtet sind.

 

Der „Zweck“ der Visitation
Die Visitation ist rechtlich geregelt und ihr Zweck ist ein doppelter: Sie soll sowohl in seelsorgerlicher Weise zur wechselseitigen Ermunterung im Glauben dienen, als auch in kirchenaufsichtlicher Absicht zur Prüfung der Verhältnisse am Ort dienen – dazu gehören Finanzen und Gebäude ebenso wie die „geistlichen Verhältnisse“, also Lehre und Leben der Gemeinde und ihrer Mitarbeitenden.





Quellen:
1. Die Visitation
Eine Studie des Theologischen Ausschusses der VELKD
ISBN 978-3-9812446-2-5

2. Philipp Elhaus, Missionarische Dienste
Gemeindetag 2011in Rhade , Quelle:
Zevener Zeitung 17.01.2011

 

Stennenplanung 2017-2021

Der Kirchenkreistag OHZ hat Ende 2015 den Stellenplan für die Jahre 2017 bis 2022 beschlossen. Ein wichtiger Grundsatz bei der Stellenzumessung für die Gemeinden und Regionen war es, möglichst besetzbare volle Stellen bei den Pfarrstellen und Diakonenstellen zu erhalten. Dazu wurden rechnerische Stellenanteile nach Gemeindegliederzahl nachträglich auf- oder abgerundet und ein Stufenmodell nach Gemeinde- bzw. Regionalgröße im Kirchenkreis zu Grunde gelegt. Berücksichtigt wurde dabei die Erfahrung, dass die Anforderungen im Pfarramt nicht linear mit der Gemeindegliederzahl wächst und eine gewisse Grundeausstattung auch in kleineren Gemeinden gegeben sein soll. Zusätzlich gibt es eine volle Pfarrstelle zur Aushilfe im Kirchenkreis, um besondere Härten für einige Regionen aus dem Stufenmodell abzumildern. Wegen der großen Zahl von Diakonenstellen im Kirchenkreis liegt der durchschnittliche Gemeindegliederanteil bei einer Pfarrstelle nun bei etwa 3000, dem die Regionen mit 6.000 Gemeindegliedern z.B. voll entsprechen.

Das Stufenmodell sieht so aus (in Auszügen):
Gemeinde/Region um 4.000 Gemeindeglieder: 1,25 Pfarrstellen Gemeinde Worpswede (etwa so groß wie Wilstedt)
Gemeinde/Region um 6.000 Gemeindeglieder: 2,00 Pfarrstellen Regionen Hambergen, Schwanewede, Grasberg
Gemeinde/Region um 7.000 Gemeindeglieder: 2,25 Pfarrstellen Region Tarmstedt
Gemeinde/Region um 8.000 Gemeindeglieder: 2,50 Pfarrstellen Region Lilienthal

Verteilung der Pfarrstellen
Gerundet erhält unsere Region mit den Kirchengemeinden Wilstedt und Kirchtimke demnach 2,25 Pfarrstellen (ohne Rundung 2,1, Wilstedt z.B. rechnerisch 1,3). Auf Wilstedt entfallen nun 1,25 Stellenanteile und auf Kirchtimke entfällt gerundet eine volle Pfarrstelle, die den Vertretungsmehrbedarf für Wilstedt bei den Kasualien trägt und die Begleitung einiger regionaler Aufgaben. Weiterhin hat Wilstedt wie die Gemeinde Worpswede (beide nur 1,25 Pfarrstellen nach dem Stufenmodell) Anspruch auf besondere Unterstützung durch einen Pastor zur Hilfeleistung im Kirchenkreis, so dass die Pfarrstellenaufteilung auf diese Weise abgefedert wird.

Entlastung Pfarramt Wilstedt
Zur weiteren Entlastung des Pfarramtes Wilstedt in einer Gemeinde mit gut 4.000 Gemeindegliedern und nur einer besetzten Pfarrstelle sind pfarramtliche Aufgaben bereits seit längerem auf den Diakon im Umfang von 50 % übertragen (z.B. Konfirmandenunterricht) und dafür Pfarrstellenanteile in Diakonenstellenanteile umgewandelt worden.

Aufgaben und Zuteilung der Diakonenstelle
Der Region stehen aus dem Stellenplan 0,68 Diakonenstellen zu, mit den umgewandelten Anteilen kommen 0,37 hinzu, das ergibt insgesamt eine volle Diakonenstellen mit Restanteilen (0,05) zur anteiligen Finanzierung einer weiteren Diakonenstelle. 50% der Aufgaben sind gerundet pfarramtlich für Wilstedt reserviert (rechnerisch die 0,37 umgewidmeten Stellenanteile), die verbleibenden 50% für die Aufgaben der regionalen Kinder- und Jugendarbeit. Der Gemeindegliederanteil in der Region beträgt für Wilstedt 63%, für Kirchtimke 37%.

Ausblick
Die Entwicklung der Gemeindegliederzahl ist nicht exakt vorherzusagen. Durch Gemeindegliederrückgang könnte der Gemeindegliederanteil beider Gemeinden deutlich weiter auseinander rücken; in diesem Fall könnte aus heutiger Sicht für den pfarramtlichen Bereich von Kirchtimke die Übernahme eines Gemeindebezirkes aus Wilstedt vereinbart werden, z.B. Bülstedt (etwa 400 Gemeindeglieder). Ein Teil von Bülstedt gehört mit der Ortschaft Steinfeld bereits jetzt zum Gemeindebezirk Kirchtimke.